Nazi­hools ver­let­zen Jugend­li­che

19. Mai 2012, Wunstorf. Rund 20 Nazi­hools über­fal­len eine Tech­no­party in der „Wohn­welt“ am Bahn­hof in Wunstorf. Dabei wer­den zehn Jugend­li­che ver­letzt, zwei von ihnen schwer. Unter den Nazi­hools sind etli­che Mit­glie­der der Grup­pen „Stan­darte Bre­men“ und „Nord­sturm Brema“.

Im Som­mer 2011 stan­den einige von ihnen bereits wegen eines ver­gleich­ba­ren Fal­les vor Gericht, damals ging es um den gewalt­sa­men Über­fall auf Gäste einer Party im Ost­kur­ven­saal. In bei­den Fäl­len wurde sei­tens der Ermitt­lungs­be­hör­den ver­sucht, die Tat zu ent­po­li­ti­sie­ren. Beim Ost­kur­ven­saal-Pro­zess machte eine breit ange­legte Kam­pa­gne damals auf den poli­ti­schen Hin­ter­grund der Tat auf­merk­sam.

Schwe­rer ras­sis­ti­scher Angriff in der „Klause 38“

18. Mai 2012, Bre­men. Bereits Ende März atta­ckierte ein 27-Jäh­ri­ger Nazi aus der süd­li­chen Bre­mer Region in der Kneipe „Klause 38“ am Her­den­tor­stein­weg einen Men­schen auf­grund des­sen „Migra­ti­ons­hin­ter­grund“. Das Opfer wurde u.a. durch das Zuste­chen mit einer abge­bro­che­nen Bier­fla­sche am Hals schwer ver­letzt. Die Poli­zei nahm den Nazi, der ihr als „rech­ter Gewalt­tä­ter“ im Zusam­men­hang mit Fuß­ball­spie­len bekannt sei, Anfang Mai fest. Er soll eine auf­fäl­lig auf den Hals täto­wierte „28“ haben, ein Zah­len­code für die ver­bo­tene Nazio­r­ga­ni­sa­tion „Blood & Honour“ (dt: „Blöd & Hörig“). Wei­ter­le­sen

Es gibt kein Bier in Wil­des­hau­sen...

12. Mai 2012, Wil­des­hau­sen. Ein in Wil­des­hau­sen geplan­tes „Rock gegen Rechts“ wird auf­grund inak­zep­ta­bler Auf­la­gen durch den Wil­des­hau­ser Bür­ger­meis­ter Kian Shahidi abge­sagt. Eigent­lich eher eine Pro­vinz­posse, aber lest selbst (und soli­da­ri­sche Grüße nach Wil­des­hau­sen!): taz-Arti­kel

Schwere Kör­per­ver­let­zung u.a. durch Bre­mer Nazi-Hoo­li­gans

5. Mai 2012, Bre­men. Nach dem Bun­des­li­ga­spiel zwi­schen Wer­der und Schalke greift eine Gruppe Bre­mer Hoo­li­gans im Bereich Rem­ber­ti­straße meh­rere Schal­ker an, die sich auf dem Weg zum Bahn­hof befin­den. Dabei wird einer der Schalke-Fans durch Fuß­tritte schwer am Kopf ver­letzt.

Mitte Mai fin­den auf­grund die­ses Vor­falls bei vier Tat­ver­däch­ti­gen Haus­durch­su­chun­gen durch die Poli­zei statt: bei Andre Sage­mann und Sebas­tian E. in Weyhe sowie Rene Wil­l­a­mow­ski und Jens M. in Oster­holz-Schar­m­beck. Der Bre­mer Staats­an­walt­schaft zufolge hat Wil­l­a­mow­ski als Haupt­ver­däch­ti­ger die lebens­ge­fähr­li­chen Tritte gegen den Kopf mitt­ler­weile gestan­den. Wei­ter­le­sen

Nazi-Opa geht in den Ruhe­stand

20. April 2012, Ver­den. Nach­dem vor eini­ger Zeit schon Mat­thias Schultz der NPD Ver­den den Rücken gekehrt hat, tritt nun auch der NPD­ler Rigolf Hen­nig von sei­nem Stadt- und Kreis­tags­man­dat in Ver­den zurück. Als Grund gibt er neben gesund­heit­li­chen Pro­ble­men an, den Platz für NPD-Nach­wuchs frei­ma­chen zu wol­len. Sein Man­dat gibt er an den 22-jäh­ri­gen Nazi Mar­kus Wal­ter wei­ter, der bereits bei den nie­der­säch­si­schen Kom­mu­nal­wah­len 2011 für die NPD in der Klein­stadt kan­di­dierte.

Doch nicht nur bei der NPD Ver­den gibt es per­so­nel­len Wech­sel. Im gesam­ten Lan­des­ver­band der NPD Nie­der­sach­sen tut sich eini­ges in Sachen Rück­tritte, Man­date und Strei­te­reien. Einen aus­führ­li­chen Hin­ter­grund­be­richt dazu hat Recher­che-Nord.

Nazi­schrott mit Bre­mer Betei­li­gung

6. April 2012, Eschede. Am Kar­frei­tag ver­sam­meln sich um die 100 Nazis auf dem Hof des NPD-Bau­ern-Opfers Joa­chim Nahtz im nie­der­säch­si­schen Eschede. Anlass sind meh­rere Haus­durch­su­chun­gen bei und Fest­nah­men von Nazis aus dem Umfeld des „Akti­ons­büro Mit­tel­rhein“ Mitte März die­sen Jah­res. Mit­hilfe einer Ver­stei­ge­rung soll Geld für die Betrof­fe­nen gesam­melt wer­den, wes­halb von ange­reis­ten Faschos mit natio­na­lem Schrott jeg­li­cher Art nicht gegeizt wird.

Auch aus dem Bre­mer Raum haben sich einige Floh­markt­na­zis ein­ge­fun­den, die sich über die Mög­lich­keit der kos­ten­lo­sen Son­der­müll­ent­sor­gung sicht­lich freuen. Dar­un­ter Andreas Hack­mann und Mar­kus Pri­venau sowie die bei­den NPD-Nach­wuchs­na­zis Alex­an­der Greinke und Marius Lach­nik (alle aus Bre­men), Nils Budig aus Ost­fries­land sowie einige Nach­wuchs­fa­schos aus Oster­holz-Schar­m­beck.

Siehe auch:
Soli­da­ri­täts­ak­tion für inhaf­tierte Neo­na­zis (blick nach rechts)
Fotos von Recher­che Nord

Völ­ki­sche Eie­rei

6.–9. April 2012, Dorf­mark. Der völ­kisch-ras­sis­ti­sche „Bund für Gotterkennt­nis“ („Luden­dorf­fer“) trifft sich zu sei­ner jähr­li­chen Oster­ta­gung in Dorf­mark, meh­rere Anhän­ger der „Welt­an­schau­ungs­ge­mein­schaft“ tref­fen sich über das gesamte Oster­wo­chen­ende in den Gast­stät­ten „Deut­sches Haus“ und „Hotel zur Post“.

Am Kar­frei­tag fin­det am Bahn­hof eine anti­fa­schis­ti­sche Gegen­demo statt, ca. 150 Teilnehmer_innen ver­su­chen zum Ver­samm­lungs­ort der Luden­dorf­fer zu gelan­gen. Nach­dem es gelingt, eine Poli­zei­ab­sper­rung zu durch­bre­chen, wird die Demo von der Poli­zei gestoppt. Der Nazi Stef­fen Hupka greift im Ver­lauf der Tagung zwei Jour­na­lis­ten vor dem „Deut­schen Haus“ an, wodurch deren Equip­ment zer­stört wird. Anwe­sende Poli­zei­be­amte sehen aber kei­nen unmit­tel­ba­ren Hand­lungs­be­darf.

Siehe auch: Fotos von Recher­che Nord

Not­wehr gegen Nazi-Angriff

7. Februar 2012, Del­men­horst. Mit einem Frei­spruch endet im Amts­ge­richt Del­men­horst ein Ver­fah­ren aus dem letz­ten Jahr. Einem Anti­fa­schis­ten aus Bre­men wurde vor­ge­wor­fen, den Del­men­hors­ter Nazisch­lä­ger Mario Mül­ler atta­ckiert zu haben. So jeden­falls die Sicht­weise des wegen zahl­rei­chen Gewalt­ta­ten vor­be­straf­ten Nazis. Dass die­ser die Gruppe von lin­ken Jugend­li­chen und zwei Sozi­al­ar­bei­tern aber selbst mit einer in eine Socke gewi­ckel­ten Han­tel­mut­ter (laut Gericht ein selbst­ge­bas­tel­ter Tot­schlä­ger) samt Zahn­schutz atta­kierte und ihnen erheb­li­che Ver­let­zun­gen zufügte, ver­schweigt er natür­lich. Fotos, die ihn bei der Aktion zei­gen, las­sen jedoch wenig Zwei­fel. Auch der Ober­bür­ger­meis­ter de la Lanne wird als Zeuge geführt, er hatte die Aktion aus dem Rat­haus her­aus beob­ach­tet. Wei­ter­le­sen

Antifa-Demo nach Nazi-Gewalt in Del­men­horst

4. Februar 2012, Del­men­horst. Über 300 Men­schen demons­trie­ren in Del­men­horst gegen rechte Gewalt. Anlass hier­für ist der Bei­nahe-Mord an einen Punk, der am Rande eines Kon­zerts der Bre­mer Hoo­li­gan-Band „Kate­go­rie C“ ange­grif­fen und lebens­ge­fähr­lich ver­letzt wurde. Kate­go­rie C spielte damals unter dem Namen „H.E.R.M.“ Akkus­tik­ver­sio­nen ihrer Lie­der in der Del­men­hors­ter Kneipe „Die Szene“. Wei­ter­le­sen

Mord­ver­such bei KC-Kon­zert

28. Januar 2012, Del­men­horst. Die rechte Bre­mer Hoo­lig­an­band „Kate­go­rie C — Hung­rige Wölfe“ spielt unter dem Namen „H.E.R.M.“ in der Del­men­hors­ter Kneipe „Die Szene“. Unter den Gäs­ten befin­den sich einige Nazi-Hoo­li­gans der „Stan­darte Bre­men“ und etli­che Nazis aus Del­men­horst. Im Laufe des Abends ver­letzt eine grö­ßere Gruppe von Kon­zert­gäs­ten meh­rere vor­bei­lau­fende alter­na­tive Jugend­li­che mit Base­ball­schlä­gern und Fla­schen teil­weise schwer. Die Kneipe dient schon seit län­ge­rem regio­na­len Nazis und Nazi-Hoo­li­gans als Treff­punkt, ihr Besit­zer Peter Pis­kalla wird den Hells-Angels-nahen „Red Devils“ zuge­rech­net. Wei­ter­le­sen

Gehack­tes zum Jah­res­ende

30. Dezem­ber 2011, Bre­men. Ein ver­spä­te­tes Weih­nachts­ge­schenk berei­ten anti­fa­schis­ti­sche Hacker den Kun­den eines Nazi-Online-Ver­san­des. Sie ver­schaf­fen sich Zugang zur gesam­ten Kun­den­da­ten­bank des „Odin-Ver­sand“ bzw. des „Natio­na­len Ver­sand­haus“ und ver­öf­fent­li­chen diese im Netz. Dar­un­ter fin­den sich auch einige Namen von Nazis aus der Bre­mer Region. Drei von ihnen sol­len an die­ser Stelle kurz ange­mes­sen gewür­digt wer­den. Wei­ter­le­sen

Oh Tan­ne­baum

24. Dezem­ber 2011, Bie­le­feld. Deut­lich unter 88 Nazis (näm­lich ganze 76) mar­schie­ren durch Bie­le­feld, dar­un­ter auch einige Ver(w)irrte aus dem Bre­mer Raum wie Mar­kus Wal­ter (Ver­den), Sven Röben (Olden­burg) und Tobias Glom­bitza (Oyten), Wal­ter bringt auch gleich den Nazi-Laut­spre­cher­wa­gen von der NPD Ver­den mit. Mit­ten­drin statt nur dabei auch die selbst­er­nannte „Rot­licht­größe“ Mat­thias Schultz von der NPD Ver­den.

Rund 6500 Men­schen stel­len sich den Nazis in den Weg. Wei­ter­le­sen

„Bun­ker 16“ spielt für „Blood & Honour“

Nazi-Einladung

Nazi-Ein­la­dung

17. Dezem­ber 2011, Győr (Ungarn). Die Nazi­band „Bun­ker 16“ aus dem Bre­mer Umland spielt auf einem „Blood and Honour“-Konzert in Ungarn.

Bereits am 12. Novem­ber 2011 fand in Geheege/Sachsen eine grö­ße­res Nazi­kon­zert mit etwa 1000 Teil­neh­me­rIn­nen statt. Unter dem Motto „Frei­heit für Erich Priebke“ (ehe­ma­li­ger Haupt­sturm­füh­rer der Waf­fen-SS) spiel­ten in der Nazi-Gast­stätte „Zur Deut­schen Eiche“ neben „Bun­ker 16“ auch „Words of Anger“ und „Die Luni­koff-Ver­schwö­rung“.

Die Priebke-Kam­pa­gne wird maß­geb­lich vom Bre­mer Nazi Hen­rik „Ossi“ Osten­dorf betrie­ben, der sel­ber akti­ves Mit­glied der in Deutsch­land ver­bo­te­nen „Blood & Honour“-Organisation war.

Ohne Gewehr

6. Dezem­ber 2011, Bre­men. Pünkt­lich zu Niko­laus beschlag­nah­men Poli­zei und Stadt­amt 20 Waf­fen samt Waf­fen­schei­nen und Waf­fen­be­sitz­kar­ten bei sechs Nazis in Bre­men. Vier davon sind Mit­glie­der der NPD (dar­un­ter zwei Mit­glie­der des regio­na­len Lan­des- bzw. Kreis­vor­stan­des), die bei­den ande­ren gehör­ten der Bre­mer DVU an.

Die beschlag­nahm­ten Waf­fen waren zwar ange­mel­de­tet, das Waf­fen­recht bie­tet Innen­se­na­tor Mäu­rer zufolge aber die Mög­lich­keit auf­grund der rech­ten Akti­vi­tä­ten der Besit­zer eine Unzu­ver­läs­sig­keit hin­sicht­lich des Besit­zes zu unter­stel­len und die Waf­fen zu ent­zie­hen.

Einige der beschlagnahmten Waffen

Einige der beschlag­nahm­ten Waf­fen

Siehe auch: „Unzu­ver­läs­sige Waf­fen­be­sit­zer“ (Arti­kel von „blick nach rechts“)

VSDAP bekämp­fen!

Dezem­ber 2011. Wenige Monate nach meh­re­ren geschei­ter­ten „Anquatsch­ver­su­chen“ durch den Ver­fas­sungs­schutz im Som­mer 2011 (wir berich­te­ten) kommt es im Dezem­ber erneut zu einem sol­chen Vor­fall. Der Ermitt­lungs­aus­schuss Bre­men infor­miert in einem Text über die aktu­el­len Gescheh­nisse.

Bitte wen­det euch bei wei­te­ren dear­ti­gen Beläs­ti­gun­gen auch in Zukunft an ver­trau­ens­wür­dige Men­schen in eurem Umfeld und den EA! (Kon­takt­da­ten im ver­link­ten Arti­kel oben)