Der Meier, die Jutta, der Vogel

3. September 2016, Bremen. Nachdem er Bremen bereits Anfang Juni 2014 mit seiner Anwesenheit erleuchtet hatte, kommt der islamistische Fundi-Wanderprediger Pierre Vogel Anfang September erneut in unsere Hansestadt. Dies wiederum nimmt der rechtslastige Wutbürger und Kommentarspalten-Hetzer Oliver Meier zum Anlass für eine Gegenkundgebung und versucht sich den Mantel der Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz umzuhängen. Beide Veranstaltungen werden von den Behörden hinter den Bahnhof auf/an die Bürgerweide verlegt.

An der Meier-Kundgebung beteiligen sich tatsächlich etwa 30-40 Personen: ein absurder Mischmasch aus „interessierten Bürgern_innen“, einigen Leuten aus Meiers politischem Umfeld (beispielsweise der Gruppe „Artikel 5 Grundgesetz“), BIW-Anhänger_innen sowie offensichtlichen Nazisympathisant_innen. Ebenfalls anwesend sind einige bekannte Nazis wie Alexander Greinke, Lennart Steltner, Michael Witt sowie jeweiliger Anhang.

Alexander Greinke (Bremen-Osterholz)

Alexander Greinke (Bremen-Osterholz)

Michael Witt (Schwanewede)

Michael Witt (Schwanewede)

Oliver Meier spricht zum Volk

Oliver Meier spricht zum Volk

Da Meiers Lautsprecheranlage nicht funktioniert, der herbeigerufene ADAC sich nicht zuständig fühlt und die Pierre Vogel-Anhänger ihm auf Nachfrage keinen Generator überlassen wollen, muss sich der rechte Kreis mit einem kleinen Handmegafon begnügen. Das ärgert auch die Blumenthaler Beiratspolitikerin Jutta Riegert, die bei der Veranstaltung sowohl als Rednerin, als auch als Ordnerin auftritt. Sie kann rückblickend nichts Verwerfliches an ihrer Teilnahme finden. Dass sich eine SPD-Politikerin inmitten von Rechten über mehrere Stunden nicht fehl am Platze fühlt, ist schon beachtlich. Auch Organisator Meier kann sich im Nachhinein nicht erinnern, offensichtlich rechte Teilnehmer_innen, Kleidung und/oder Symbole wahrgenommen zu haben.

Mit Thor Steinar-Pulli gegen die Hetze

Mit Thor Steinar-Pulli gegen die Hetze

Meiers Publikum, am rechten Bildrand der Bremer Nazi Alexander Greinke

Meiers Publikum, am rechten Bildrand der Bremer Nazi Alexander Greinke

Mit bloßem Auge ja eigentlich kaum zu erkennen: Tattoo mit 88 (= "Heil Hitler") und Nazi-Klamotten

Mit bloßem Auge ja eigentlich kaum zu erkennen: Tattoo mit 88 (= „Heil Hitler“) und Nazi-Klamotten

Auf dem Bahnhofsvorplatz nehmen währenddessen gut 300 Menschen an einer Kundgebung unter dem Motto „Kein Gott, kein Staat, kein Kalifat“ teil und stellen sich damit gegen Rechtspopulisten und Salafisten (Flugblatt). Ob die Teilnehmer_innen auf die Anwesenheit von Jutta Riegert Wert gelegt hätten, sei dahingestellt, ihr wäre diese Seite des Bahnhofs rückblickend jedenfalls eher zu empfehlen gewesen.

Siehe auch:
Fotos von Recherche Nord
Fotos von DISSENT.IMAGES
Bericht: Gegen Salafismus und Rechtspopulismus (end of road)
Auftritt hinter Absperrgittern (Weser-Kurier)
Bürger in Wut – eine Bestandsaufnahme (end of road)