Ras­sis­ti­sche Hetze been­det

März-Mai 2018, Bre­men. Ab Ende März tref­fen sich — zunächst im wöchent­li­chen Ryth­mus — um die zwei Hände voll AfD-Leute und ihr Umfeld auf dem Bre­mer Markt­platz. Motto der Kleinst­kund­ge­bung ist anfangs „Kan­del ist über­all“ (hier wurde eine junge Frau im Dezem­ber 2017 von ihrem Ex-Freund ersto­chen). Um die The­ma­ti­sie­rung von Gewalt gegen Frauen geht es den Rech­ten dabei genau­so­we­nig, wie um das Betrau­ern der töd­li­chen Tat. Wie seit 2013 wie­der­holt in Kirchw­eyhe wol­len sie mit der Her­aus­stel­lung der Her­kunft des Täters Stim­mung gegen Migrant_innen machen.

AfD-Haufen am 17. April 2018 (1)

AfD-Hau­fen am 17. April 2018 (1)

AfD-Haufen am 17. April 2018 (2)

AfD-Hau­fen am 17. April 2018 (2)

AfD-Haufen am 17. April 2018 (3), in der Mitte Alexander Tassis.

AfD-Hau­fen am 17. April 2018 (3), in der Mitte Alex­an­der Tas­sis.

AfD-Haufen am 17. April 2018 (4), mit grüner Jacke: Sybill Constance De Buer.

AfD-Hau­fen am 17. April 2018 (4), mit grü­ner Jacke: Sybill Con­stance De Buer.

Ange­führt vom Bre­mer AfDler Alex­an­der Tas­sis trifft sich am 27. März zunächst ein bun­ter Strauß aus plus/minus 7 (in Wor­ten Sie­ben) AfD- und „Mer­kel muss weg“-Pflänzchen. Nach­dem einige Men­schen ihren Stand abräu­men, steht das hell­braune Häuf­chen von der Poli­zei vor etwa 100 Gegendemonstrant_innen geschützt auf dem Markt­platz.

Die erste Wie­der­ho­lung am 3. April ver­läuft aus AfD-Sicht nicht wirk­lich bes­ser, ca. 150 Anti­fas kes­seln das Grüpp­chen ein.

Am Fol­ge­ter­min, dem 10. April, kommt es nach dem Ende ihrer Ver­an­stal­tung bei der Abfahrt dann zum Geran­gel zwi­schen Dut­zen­den Gegendemonstrant_innen und Poli­zei.

Die Woche dar­auf (17. April) ist die Lage aus rech­tem Blick­win­kel zwar erneut depres­siv-still, dafür sorgt die Bre­mer Poli­zei für Action, indem sie ein­zelne Per­so­nen aus der auf über 200 Per­so­nen ange­wach­se­nen Gruppe von anti­fa­schis­ti­schen Protestler_innen her­aus­greift und abführt.

Beim vor­erst letz­ten Anlauf am 29. Mai erscheint schließ­lich nur noch Con­stance De Buer mit zwei ein­sa­men Fol­lo­wern auf dem Bahn­hofs­vor­platz, nach weni­gen Minu­ten gibt sie schimp­fend ent­nervt auf und folgt Tas­sis ins Som­mer­loch.

Freund und Helfer: Polizei schleppt herumstehenden Protestierer vom Marktplatz.

Freund und Hel­fer: Poli­zei schleppt her­um­ste­hen­den Pro­tes­tie­rer vom Markt­platz.

Rück­bli­ckend lässt sich fest­stel­len: Der deut­li­che, wochen­lange Pro­test von meh­re­ren Hun­dert Leu­ten gegen die AfD-Het­zer_in­nen­truppe war offen­sicht­lich erfolg­reich. Ohne Gegen­pro­teste hätte sich das Grüpp­chen nicht schritt­weise mini­miert, son­dern sich ermu­tigt gefühlt, wei­ter­zu­ma­chen. Eine wirk­li­che Außen­wir­kung war dem braun­schat­tier­ten Häuf­chen bis zuletzt sowieso nicht ver­gönnt, dafür konnte ihre stück­weise Selbst­zer­le­gung aus nächs­ter Nähe mit­er­lebt wer­den.

Siehe auch:
No Chance for a Hetze (AfD Watch)
Rechts­ex­treme Netz­werke hin­ter AfD Auf­marsch (AfD Watch)
Zahl­rei­che Gegen­de­mons­tran­ten bei AfD-Mahn­wa­che (Weser-Kurier)