Nazi-Auf­marsch in Bre­men-Vege­sack

17. März 2001, Bre­men. In Bre­men-Vege­sack fand ein Nazi-Auf­marsch mit ca. 150 Nazis statt. Der ursprüng­lich in Weyhe (süd­lich von Bre­men) geplante Auf­marsch (gegen den dort statt­fin­den­den „Akti­ons­tag gegen Rechts“) war von den Nazis auf­grund „unzu­mut­ba­rer Auf­la­gen“ nach Bre­men-Nord ver­legt wor­den.

Trotz der kur­zen Mobi­li­sie­rungs­zeit waren am Mor­gen des 17. März meh­rere hun­dert Gegen­de­mons­tran­tIn­nen auf der Straße, die aktiv ver­such­ten, den Nazi-Auf­marsch zu ver­hin­dern. Außer­dem gab es eine Pro­test-Ver­samm­lung von Kir­chen, DGB, SPD und PDS. Die CDU war nicht ver­tre­ten, son­dern distan­zierte sich mit der Begrün­dung, sie wolle den Nazi-Auf­marsch „nicht auf­wer­ten“.

An den Gegen­ak­tio­nen am Rande der Nazi-Route waren viele Anwoh­ne­rIn­nen und auf­fäl­lig viele Jugend­li­che betei­ligt. Als die Nazis durch die Stra­ßen mar­schier­ten, wur­den ver­ein­zelt Gegen­stände auf den Auf­marsch gewor­fen.

Nach dem eher kur­zen Auf­marsch fand die Abschluss­kund­ge­bung auf dem Aumun­der Markt­platz statt. Hier applau­dier­ten die Nazis ihren Red­nern Jörg Wrie­den (Lan­des­vor­sit­zen­der in Bre­men) und Thors­ten de Vries (Neo­nazi-Kader aus Ham­burg), wel­cher meinte: „Demo­kra­ten soll­ten wis­sen, wir wer­den uns rächen. Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Nach­dem er die Waf­fen-SS hoch­ge­lobt hatte („in der Tra­di­tion der Front­sol­da­ten ..., hoch die Waf­fen-SS!“), beschrieb er die poli­ti­sche Aus­rich­tung der Auf­marsch-Teil­neh­me­rIn­nen wie folgt: „Die Par­tei und die Orga­ni­sa­tion, die wir im Her­zen tra­gen, ist seit 1945 ver­bo­ten“.

Die 800 ein­ge­setz­ten Poli­zei­be­am­ten konn­ten auf­grund mas­si­ver Pro­teste schließ­lich nicht mehr für die „Sicher­heit“ der Neo­na­zis garan­tie­ren und bra­chen die Abschluss­kund­ge­bung nach weni­gen Minu­ten ab. Es kam zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Nazis und Gegen­de­mons­tran­tIn­nen, wie­der flo­gen Gegen­stände, meh­rere Per­so­nen wur­den fest­ge­nom­men. Bei der anschlie­ßen­den Abfahrt der Nazis wur­den einige ihrer Autos beschä­digt. Außer­dem gab es einen Auf­fahr­un­fall zwi­schen zwei Nazi-Autos.

In die­ser Situa­tion kam es auch zu dem in der Presse vom 18.03.2001 erwähn­ten Schuß­waf­fen­ein­satz eines Poli­zei­be­am­ten. Die­ser wurde — ent­ge­gen der Dar­stel­lung in den Medien — durch einige anwe­sende Gegen­de­mons­tran­tIn­nen jedoch in keins­ter Weise bedroht oder ange­grif­fen, son­dern ein­fach igno­riert. Schließ­lich bewegte sich in eini­gen Metern Ent­fer­nung der Nazi-Kon­voi Rich­tung Auto­bahn, wor­auf erneut eini­ges Durch­ein­an­der ent­stand. Dar­auf­hin gab der Poli­zist etwa 5 Warn­schüsse ab, wobei er seine Waffe nicht etwa senk­recht in die Luft rich­tete, son­dern knapp über die Köpfe der Gegen­de­mons­tran­tIn­nen. Als er kurze Zeit spä­ter auf sein Ver­hal­ten ange­spro­chen wurde, setzte er Pfef­fer­spray gegen anwe­sende Per­so­nen ein.

In der Pres­se­er­klä­rung der Nazis war anschlie­ßend zu lesen: „Wir ... pfei­fen auch auf poli­zei­li­chen „Schutz“, wenn wir schon in weni­gen Wochen erneut in Bre­men-Nord mar­schie­ren wer­den!!“ Dass sie das nicht taten (bzw. bes­ser nicht getan hät­ten) konnte man knapp 3 Monate spä­ter am glei­chen Ort beob­ach­ten.

Schneewittchen und die sieben Zwerge

Schnee­witt­chen und die sie­ben Zwerge

Teile des "Nationalen Widerstand Ostfriesland" beim Nachdenken

Teile des „Natio­na­len Wider­stand Ost­fries­land“ beim Nach­den­ken

Mähähäää! (der "Nationale Widerstand Bremen" hat Ausgang)

Mähäh­äää! (der „Natio­nale Wider­stand Bre­men“ hat Aus­gang)

Bitte nicht füttern!

Bitte nicht füt­tern!

Das Mobi­li­sie­rungs­flug­blatt:

Nazi-Auf­marsch ver­hin­dern!

Am 17.03. woll­ten meh­rere Neo-Nazio­r­ga­ni­sa­tio­nen ursprüng­lich in Weyhe bei Bre­men einen Auf­marsch abhal­ten. Dies war als Pro­vo­ka­tion gegen einen Akti­ons­tag gegen Rechts am sel­ben Tag gerich­tet, der von einem brei­ten Bünd­nis getra­gen wird.

Da den Nazis keine Marsch­route direkt in Weyhe geneh­migt wurde, haben sie nun ihre Pläne geän­dert und wol­len in Bre­men-Vege­sack ihre natio­na­lis­ti­sche und ras­sis­ti­sche Hetze auf der Straße ver­brei­ten, so wie sie es bereits im Mai 1999 in Blu­men­thal trotz star­ker Pro­teste machen durf­ten. Dies­mal wol­len sie vom Gelände des Bre­mer Vul­kan aus los, durch die Vege­sa­cker Innen­stadt bis zum Ger­hard-Rohlfs-Platz. Dies darf in kei­nem Fall zuge­las­sen wer­den!!!

Sicher­lich ist es kein Zufall, dass sich die Nazi-Orga­ni­sa­tio­nen von Weyhe Bre­men-Nord als Aus­weich­ort aus­ge­sucht haben. Wie auch süd­lich von Bre­men, machen sich orga­ni­sierte Neo-Faschis­ten und Umfeld hier mehr und mehr breit. Dabei arbei­ten die NPD und ihre „Jugend­or­ga­ni­sa­tion“ JN und „Freie Kame­rad­schaf­ten“ Hand in Hand. Von Poli­ti­ke­rIn­nen, Sozi­al­ar­bei­te­rIn­nen und Presse wer­den sie noch immer klein­ge­re­det, aber gerade die Fest­nahme eines Vege­sa­cker Neo-Nazis im Herbst 2000, der zusam­men mit ande­ren einen Rohr­bom­ben­an­schlag auf ein Flücht­lings­heim geplant hatte, zeigt dass es sich weder um ori­en­tie­rungs­lose Jugend­li­che noch um durch­ge­knallte Ein­zel­tä­ter han­delt. Viel­mehr agie­ren hier orga­ni­sierte, über­re­gio­nal ver­netzte und höchst­ge­fähr­li­che Neo­fa­schis­ten.
Dage­gen gibt es nur eins: anti­fa­schis­ti­sches Ein­grei­fen.

Die Nazis wol­len sich um 11:00 am Werft­tor tref­fen — wenn ihr auch wollt, dass sie es nicht tun — tut was: Wir rufen dazu auf, den Auf­marsch zu stop­pen und zu ver­hin­dern. Es muss dafür gesorgt wer­den, dass den Nazis die Straße weder in Bre­men, in Weyhe, noch Anderswo über­las­sen wird.

Faschis­tIn­nen las­sen sich weder weg­be­ten noch wegi­gno­rie­ren — betei­ligt euch an den anti­fa­schis­ti­schen Aktio­nen gegen den Nazi-Auf­marsch! Null Nazis über­all!

Anti­fa­schis­ti­sche Grup­pen aus Bre­men und Umzu